"Europa säuft weiter"-Tour 2003

28.5. D - Berchtesgaden, Kuckucksnest


Auf jeden Topf paßt ein Deckel
Mit tüchtig Eittinger Fischerbräu im Gepäck starteten wir die Konzertsaison 2003 mit einer Reise ins schöne Slowenien. Auf dem Weg dorthin machten wir erst einmal im Berchtesgadener Kuckucksnest halt, dessen Besitzer Bodo schon ganz aufgeregt war, daß wir endlich wieder vorbeischauen. Nach einem klassischen Unplugged-Gig in dieser winzigen Kneipe machten wir noch kurz eine Watzmann-Besteigung, bevor wir weiterfuhren.

29.5. SLO - Ljubljana, Metelkova

Was aus dem "Kunst"-park Ost in München hätte werden können, wenn man es richtig macht, kann man in Ljubljana auf einem ehemaligen Kasernengelände sehen. Clubs wie "Gala Hala" oder "Metelkova" bieten hier gepflegt Abendunterhaltung der etwas anderen Art.


Nach dem beNUTS-Konzert sollte man sich zunächst etwas Ruhe gönnen.

30.5. SLO - Ormoz, Unterhund

Von dort ging es am nächsten Morgen nach Ormoz, das liegt an der ungarischen Grenze, da wo sich sonst kein Schwein hinverirrt. Hier trafen wir auch endlich Dabe von den legendären Pridijari (oder so ähnlich), der uns bei den Gigs behilflich war. Der Club in Ormoz war eine Katakombe der Stadtburg. Wir wurden mit reichlich "Spritzer" empfangen, anscheinend das Nationalgetränk in dieser gottverlassenen Gegend, weil die Jungs dort kein Bier nicht vertragen. Nach einem ausgedehnten Fußballspiel waren wir dann auch schon um ca. 1.00 Uhr an der Reihe, nachdem drei Hardcore-Bands die Zuschauer gequält hatten. Es wurde eine große Party und wir spielten unser langes Programm mit allen Zugaben. Übernachtung war dann standesgemäß in einer Blockhütte des Alpenvereins.

31.5. A - Wien, Planetmusic
The Meeting: Ska und Oi!-Festival

Als letzte Station stand Wien auf dem Programm. Dort hatte uns Stefan von den ehemaligen Panzerknackern zu einem 2-tägigen Oi- und Ska-Festival geladen, also eine Veranstaltung, bei der beNUTS nicht fehlen darf. Leider war das überdimensionierte Planet Music nicht ganz gefüllt, aber es war ein rauschendes und vor allem berauschtes Festival. Noch mit von der Partie waren u.a. Wiens No. One, die Gewohnheitstrinker, die verlorenen Jungs und Skalamander, mit denen wir uns gemeinsam durch die von Stefan spendierte gebratene Sau fraßen. Danke!
Rangkämpfe, die zumeist glimpflich ausgehen, entscheiden über die Sitzordnung im Bus.

19.6. CZ - Prag, Rock Cafe, Praha Ska Festival


Omega-Tiere müssen sich mit dieser Kiste begnügen.

Kurze Zeit später ging es mal wieder nach Prag. Dieses Mal sollten wir Headliner eines zweitägigen Ska-Festivals im Rock Cafe sein. Der Laden war wie immer gut gefüllt und die beiden tschechischen Bands heizten tüchtig ein.


beNUTS (Mnichov)

20.6. CZ - Brno, Letni Kino

Am Tage drauf stand Brünn auf dem Tour-Rider, wo es ein legendäres Open-Air Kino gibt, in denen auch Konzerte, Theatervorführung und Swinger-Parties stattfinden. Aufgrund der kurzen Distanz zu Prag hatten wir aber zunächst noch reichlich Zeit und spielten Fußball-Tennis gegen die Dorfjugend. Gut, daß der Dorfbiergarten auch nicht weit war, da hatten Max und Ödl, die wegen ihrer Unsportlichkeit nicht mitspielen durften, auch was zu tun.


Die Unterbringung der Künstler läßt nichts zu wünschen übrig.

Später gings dann ab in Letni-Kino, wo bereits mehrere Tschechen fleissig am Wurstgrillen waren. Nach dem Soundcheck und einigen Vorgruppen gab's dann ein prima Konzert, zu dessen Höhepunkt Dienste einen Satz mit Salto in die Tujenhecke machte, die als Bühnengraben diente. "Mei da habt's was angestellt," meinte der Veranstalter "das werden die Kids jetzt noch jahrelang nachmachen!" Zunächst aber wurde ausgiebig gefeiert, bis wirklich keiner mehr stehen konnte, und in der Dorfturnhalle (3 Sterne im "Guide Michelin") übernachtet.



21.6. A - Wien, Donauinselfest

Mann, das Donauinselfest: über 20 Bühnen, 3 Millionen Menschen pro Tag, der Wahnsinn. Neben uns spielen so Bands wie Nina Hagen, Fehlfarben, ... auch Jeanette und Sascha (oder sollte man den Spacko jetzt Dick Brave nennen?) dürfen natürlich nicht fehlen. So ist halt für jeden Penner etwas dabei. Aber hier noch ein Tipp an die Veranstalter: 3 Biermarken und eine Schnitzelsemmel pro Nase könnt Ihr bei einer Skaband nicht bringen, wie gut, daß wir immer Eittinger und Jägi an Bord haben. Merke: Bier gegen Hunger und Schnaps gegen Durst.

Punks!

Für die Offbeat Generation waren natürlich insbesondere die Konzerte der "Skabühne" interessant, auf der sich an diesem Abend neben den beNUTS auch noch der PBH-Club aus Wien und The Offbeat Generator die Ehre gaben. Und obwohl wir das Bier selber organisieren mußten, waren wir dann doch ganz guter Laune, als sich mehrere Tausend Wiener für unsere Musik begeistern ließen.



27.6. D - München, Tollwood, Andechser Zelt

08.7. D - München, Tollwood, Festival Club

19.7. D - Murnau, Kulturknall

Die ganze Rumfahrerei ist zwar ganz schön, aber letztendlich freut man sich doch, mal wieder in der Heimat spielen zu können. Die Auftritte auf dem Tollwood waren der Hammer. Jeweils ca. 1000 Leute pro Abend und alle gingen mördermäßig ab. Leider waren es auch die letzten Auftritte für Sebastian, der zukünftig die Trompete in Japan schwingen wird. In Murnau hatten wir die große Ehre nach den Biermösl Blosn spielen zu dürfen und so konnten wir knapp 3500 Leute am Staffelsee rocken.



11.8. D - München, Theatron

Ein Höhepunkt der Münchner Open Air Saison ist sicher das Theatron. Dieses Jahr waren wir zum 4.Mal dabei und es waren wieder ca. 3000 Leute gekommen, eine gigantische Kulisse. Einen großen Respekt an die Freisinger "Schein", die Ihren letzten Tropfen Schweiß an diesem Abend verspielt haben.


Walter Ulbricht hätte seine Freude: der Soundcheck verläuft präzise, schnell und reibunglos.

Europa säuft weiter!

Bevor wir dann im Herbst zurück in den Übungsraum mußten, liesen wir es uns nicht nehmen, zu einer weiteren Europa-Tour zu starten. Anlass war diesmal der Kommentar des italienischen Tourismus-Ministers, der die Deutschen für saufende und grölende Proleten hält. Das wollten wir uns nicht zweimal sagen lassen und den Italienern das auch noch einmal deutlich vor Augen führen. Um vorher noch Geld zu beschaffen, organisierten wir kurzerhand ein paar Shows im Bänkerparadies Schweiz.


Modernste Technik unterstützt die Künstler bei ihrer Arbeit.

12.9. D - Bad Waldsee, Galerie

Bei jeder Tour muß aber als Auftakt ein Gig auf deutschen Boden sein und so hielten wir in Bad Waldsee in einem kleinen Bistro an und bauten auf, bevor der Barchef etwas merkte. Zu uns gesellten sich die Krumbacher Ska-Kameraden von den Crashbones. Am Ende war der Veranstalter so zufrieden, daß er uns bereits für September 2004 in Biberach gebucht hat. Der Barchef hat uns hoffentlich die etlichen Jägi-Runden verziehen.


Tagsüber sollte man die frische Luft und Ruhe geniessen ...

13.9. CH - Baden, Merkker

Nach der Bodensee-Überquerung und einem kurzen Besuch des Rheinfalls sollten wir endlich Nenad von Snayle Records kennenlernen, der unsere Platten in der Schweiz vertreibt und heute Veranstalter war. Dies war unser erster Schweiz-Gig seit 7 Jahren, eine doch erstaunlich lange Zeit. Nenad hat sich wirklich mächtig ins Zeug gelegt.


... am Abend ist es damit nämlich vorbei.

Mit Atomic Shelter gab es einen feinen Punk-support und die 200 tanzenden Schweizer sind wohl ganz gut auf Ihre Kosten gekommen. Ob es im benachbarten Bruck bei den Ventilators ebenso gut abging?
Blöderweise hatten wir gleich am Anfang der Tour einen Offday, aber im Bus gab's ja noch genug Eittinger. Zuerst machten wir einen rosaroten Warmbadetag, dann suchten wir Roller im Fluß, drehten mit VIVA Schweiz ein paar lustige Filmszenen und konnten dann endlich zum gemütlichen Teil übergehen. Der schweizer Bänker, den wir in unserer Unterkunft zum Eittinger- und Jägi-Test einluden, erwies sich allerdings als nicht besonders trinkfest und kotze die Terasse voll. Aber die Sauberkeit der Schweizer ist ja legendär, und so drückten wir dem Knaben einen Wischmopp in die Hand und legten uns schlafen.


Das Ego-City: ein typischer Yuppie-Treff der Schweizer Banken-Metropole Zürich. <

15.9. CH - Zürich, Ego City

In München steht ein Hofbräuhaus, in Zürich das EgoCity. Ein gutorganisiertes, besetztes Haus, in dem vor 4 Monaten auch die Kollegen von Frau Doktor zu Gast waren. Anscheinend haben die Jungs da reichlich Zeit zum Kickern, denn die haben uns kalt stehen lassen und das passiert selten.


Trotz seines furchterregenden Äußeren ist Nenad von Snail Records relativ harmlos.

Angekündigt werden die Konzerte im Ego per Mundpropaganda, und das hat dieses mal leider nicht so gut funktioniert. Aber was soll's: Wenn auf dem Dach des Venues meterhohe Graspflanzen wachsen und an der Bar 4 verschiedene lokale Bierspezialitäten angeboten werden, kann man über solche Nebensächlichkeiten auch mal hinwegsehen.
Auch bei den jungen Damen ist die Band sehr beliebt ...

16.9. CH - Basel, Hirscheneck

Das Baseler Hirscheneck steht in guter beNUTS Tradition: mit einem Auftritt im Jahre 1995 ist es einer der ersten Europäischen Clubs, in denen die Band überhaupt aufgetreten ist. Eine Wiederholung dieses legendären Gigs war allerdings lange Zeit nicht möglich, da dort in den letzten Jahren aus Lärmschutzgründen überhaupt keine Konzerte mehr drin waren.


... was auch dieses Bild beweist!

Durch eine ausführliche Umbauaktion des Kellers ist dieser jedoch seit dem 16.9.2004 wieder einsatzbereit. Wir gaben uns also die Ehre das neu eröffnete Hirscheneck soundmäßig auf Herz und Nieren zu prüfen, was mit freundlicher Unterstützung der Baseler Szene durchgeführt wurde, die zur Wiedereröffnung ihres Clubs zahlreich erschien.
Nach dem Konzert konnte gemütlich gefeiert werden, da wir im Club selber ein paar Stockwerke höher einquartiert waren. Ein jeder trank also bis zum Umfallen. Die Nacht selber stellte sich dann aber als ein wenig unbequem heraus, da sich die Toilette 5 Stockwerke tiefer im Keller befand. Und das Schweizer Bier, es treibt dann doch ein wenig. Ich fürchte fast, daß das Hirscheneck schon wieder mit Beschwerden wegen Lärmbelästingung zu rechnen hat, weil die ganze Nacht acht fluchende Bayern im Dunkeln durch das Haus rannten.


Auch die Zeit am Nachmittag wird sinnvoll genutzt.

17.9. CH - Davos, Box

Am nächsten Tag gings quer durch die ganze Schweiz nach Davos, was ja die höchstgelegene Stadt Europas ist. Gut bekannt ist Davos deshalb unter Skifahreren und Snowboard-Spacken, allerdings auch unter Skins und Punks, da sich dort die legendäre Box befindet, die einen Aufenthalt im Touristenort Davos nicht nur im Winter erträglich macht.


In der "Box" legt das Personal besonderen Wert auf eine freundliche Begrüßung.

Wenn zu einem guten Club auch ein wenig Dreck gehört, dann ist die Box ein sehr guter Club. Dort gaben sich neben den beNUTS auch die Schweizer Punks von "Schlechtwetterfront" die Ehre, welche das Publikum in bester Laune an uns übergaben. Um die Stimmung noch weiter zu steigern liesen Silvester und Jens während das Konzerts die Hosen runter. Nicht das jemand nacher kommt und sagt, wir hätten nicht alles gegeben.
Die halbe Nacht verbrachten wir dann damit, dem Alpenvolk "unlösbare" Rätsel zu stellen und dabei das halbe Merchandising zu verzocken. Das nächste Mal sind wir besser vorbereitet und nehmen Euch die T-Shirts wieder ab !



18.9. I - Ferarra, Renfe

Eine Reise der Superlative: Von der höchsten Stadt Europas zur Stadt mit der größten Wasserburg: Ferrara. (Blöde Überleitung, aber das Ding liegt halt wirklich dort). In Empfang genommen wurden wir dort von Gridale Forte Records, die unsere CDs südlich der Alpen vertreiben und für uns auch diesen kleinen Ausflug organisierten.


Trotz größter Strapazen kommt auch die Hygiene nicht zu kurz.

Der erste Club war allerdings gleich schon mal nicht so der Hit, da es sich genau genommen nicht um einen Club, sondern eine ordinäre Disco handelte. Und die Bands wurden eigentlich nur deshalb eingeladen, um die Wartezeit zwischen 10.00 und 12.00 Uhr zu überbrücken. Wenn man die nach Mitternacht aufgelegte Musik berücksichtigt, war es dann auch kein Wunder, daß das Publikum zunächst etwas skeptisch auf beNUTS reagierte und Silvester erst damit drohen mußte, das Konzert abzubrechen und gleich zum Diskobetrieb überzugehen. Die Warnung erzielte ihre Wirkung und zumindest die Leute, die Ricky Martin und Bon Jovi nicht mehr hören können, versammelten sich in einer eingeschworenen Skank-Gemeinde auf der Tanzfläche, die von Lied zu Lied größer wurde.



Anstrengende Arbeit also, die vom Veranstalter mit ganzen 3 Bier pro Person honoriert wurde. Zu allem Überfluß gab es dann auch noch einige Komplikationen auf dem Campingplatz: Dort hatte man für uns einen "Bungalow" reserviert, der allerdings trotz längerer Suche nicht zu finden war. Die Suche weckte aber einen riesigen Hund, der Gott sei Dank festgekettet war, aber durch sein Gebell halb Ferrara weckte. Als dann auch der Typ vom Campingplatz wach war, klärte sich auf, daß mit Bungalow ein Campingwagen gemeint war, der ganze zwei Betten hatte. In Rom und Florenz wird bestimmt alles besser, dachte sich Silvester.




In fremden Städten ist es oft nicht ganz einfach, sich zurecht zu finden. <

19.9. I - Roma, Festival della Liberazione

Am nächsten Tag die schreckliche Nachricht: Der Gig in Florenz fällt aus, da der Club abgebrannt ist. Na gut, dann halt gleich mal nach Rom, zur Festa del Liberazione. Dabei handelt es sich um ein gigantisches Fest der Kommunisten in einem stillgelegtem Schlachthof. Alles sah gut aus, bis zum Stromausfall, der das ganze Stadtviertel lahmlegte. Dann bekamen wir grünes Licht, die Show ging los, doch nach einem Song war der Strom schon wieder weg.


Wenn es etwas interessantes zu sehen gibt, wird auch mal eine kurze Pause eingeschoben.


Es ist schon ersaunlich, was diese griechischen Architekten alles zu Leisten vermochten.

Irgendwie und irgendwann konnten wir dann doch unser Set runterspielen, nur das "L'italiano" von Toto Cutugno kam hier nicht so prickelnd an, der gute Mann war wohl kein Freund der Kommunisten.
Nachdem ja in Florenz alles abgebrannt war, ging die Tour hier für uns zu Ende. Für die übliche Abschlußfeier stand uns ein bombastisches Hotel zur Verfügung, in dem allerdings der Portier zunächst unsere Zimmer nicht finden konnte. Nach einer 1-stündigen Schnitzeljagd, auf der wir allerlei Italiener in Ihren Zimmern überrascht haben, konnte es zu unser Tourabschiedsparty gehen.



© der Photos: B. Erdoedy und beNUTS. Weitergabe oder Veröffentlichung nur mit Genehmigung!

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