Russland Tour 2005

Nach 10 Jahren Bandgeschichte war es also soweit: Die beNUTS fahren als erste deutsche Ska Band nach Russland.
Es geht nach Moskau und St. Petersburg, und wir können Euch sagen - es war der absolute Wahnsinn…

Plakat in Moskau
beNUTS Plakat in Moskau

25.3. Moskau

Nachdem wir schon in Deutschland tagelang damit beschäftigt waren, alles für die Visa zusammenzutragen, überkam uns einige Skepsis, ob wir einfach so als Band ein- und wieder ausreisen dürfen, schließlich wurden NOFX schon einmal an der russischen Grenze abgewiesen…
So flogen wir nach Moskau, mit der Ungewissheit im Nacken, was uns da wohl erwarten würde.
Aber nach nur wenigen Stunden am Zoll war es tatsächlich soweit… Wir sind drin!
...Doch halt, wo ist Rob? - Ja, wo ist Rob? - Doch Rob, unser Sänger und US-Staatsbürger kam nicht durch die Passkontrolle.
Wir warten und warten und warten, irgendwann kommt eine kleine russische Spezialeinheit und stellt fest, dass Robs Pass tatsächlich echt ist, obwohl er sich schon in Einzelteile auflöst. Glück gehabt.

Pavel und Ksenia
Pavel und Ksenia empfangen uns am Flughafen...

Pavel und Ksenia sind als lokale Veranstalter vor Ort und nehmen die Nüsschen gleich am Flughafen in Empfang. Als erstes drücken sie uns ein russisches Bier in die Hand und wir sind erstaunt, wie gut es schmeckt. Aber ok, es war bei -10 Grad Außentemperatur auch gut gekühlt.
Ödl, Diensti, Rob, Max
Genossen Ödl, Diensti, Rob und Max freuen sich schon.

Rein in den Lada
Die Instrumente wurden sogleich in einen Lada verstaut und abtransportiert.


und tschüsskowski...
War das schon unser Ende…?

Unsere russischen Freunde führen uns durch die legendäre Moskauer U-Bahn. Dort gibt es sackschnelle Rolltreppen aus Holz und Kronleuchter an den Bahnsteigen. Unsere Befürchtungen bestätigen sich jedoch nicht.

Club Tochka
Statt in einen Hinterhalt werden wir in den Club Tochka geführt, und wir würden sagen - amtlicher Laden!
Wir sind begeistert! Der Soundcheck verläuft wie immer: schnell, präzise und reibungslos. Und so verbringen wir noch einige Stunden im Club und lernen unsere drei Vorgruppen des Abends kennen: Shootki, Cabernet Deneuve und Shluz. Allesamt lustige und saunette Ska-Kollegen.
Pavel und Ksenia erzählen uns von gefälschten Tickets, die im Vorfeld des Konzerts in Umlauf sind. Im Laufe des Abends werden sie 800 davon an der Tür einsammeln. Trotzdem kamen noch über 1.000 Leute mit echten Tickets! Der Laden war bumsvoll. Die Vorgruppen heizten auch schon mächtig ein, man achte im Video vor allem auf die Stagediver:
Live-Ausschnitt der ersten Band des Abends Shootki (4 MB)
Bei Shluz spielen u.a. Ksenia, die Ihr ja schon kennen gelernt habt, sowie Taras (im Vordergrund am Bass), der nach unserer Rückkehr von gewalttätigen Rechtsradikalen schwer verletzt wurde (Danke allen, die am 6.5. im Backstage beim Benefiz waren!). Mittlerweile ist er auf dem Weg der Genesung, aber es ist noch fraglich ob er wieder Bass spielen kann. Wünschen wir ihm das Beste!

Shluz
Shluz in Aktion

Um 23 Uhr war es dann soweit, unser erster Gig auf russischem Boden konnte beginnen.
Hier ein Video-Ausschnitt aus "Perverted Grandpa" (9 MB, also eher was für DSL)

Die Leute gingen ab wie Harry und wir wunderten uns warum alle unsere Lieder mitsingen konnten. Aber nur solange, bis nach dem ersten Konzert der Erste mit einer perfekten Kopie unserer CDs zum Unterschreiben kam - bitte hier, ins farbkopierte Booklet… Tatsächlich kann man unsere Alben in Russlands großen Plattenläden für wenige Rubel kaufen. Uns solls recht sein, so kommt unsere Musik unter die Leute.
Nach dem Konzert mussten wir schnell sein - der Nachtzug wartet nicht lange. Also packen wir sofort nach der letzten Zugabe unsere Instrumente ein, hier und da noch schnell ein Autogramm, Foto oder Küsschen und laufen zum Bahnhof. Den Zug nach St. Petersburg erwischen wir buchstäblich in der allerletzten Sekunde. Auf den Schreck hin hatten wir natürlch enormen Durst. Doch Alkohol trinken ist in russischen Zügen nicht erlaubt. Wären da nicht unsere lieben Veranstalter, die mit ein wenig Bakshish nachhelfen. So kommt also die ganze Nacht über Biernachschub vom Schaffner.
Und so kommen wir zusammen mit Shluz gutgelaunt am nächsten Morgen im ehemaligen Leningrad an, wo uns der nächste amtliche Laden erwartet - Club Red.

26.3. St. Petersburg

Vorm Club Red
Wir verbringen den Tag mit Sightseeing, St. Petersburg ist ja wirklich eine schöne Stadt, und Spaß kann man hier haben…

Der fliegende Norweger
Leningrad ist immer eine Reise Wert.

Besonders angetan hat es uns die Eremitage, ein Kiosk aus der Zeit des Klassizismus mit 2,7 Mio. Biersorten.

Skal sagt der Norweger
Diensti vor der legendären Biersammlung "Eremitage"

Aber eisig kalt war es. Die Flüsse zugefroren und überallin der Stadt gab es diese Eismaschinen:

Eine der berühmten St. Petersburger Eismaschinen

Das Eis wird nachmittags von russischen Muttchen zerkleinert. Damit werden die berühmten St. Petersburger Caipirinha Street Partys veranstaltet. Leider mussten wir aber zum Soundcheck in den Club.

Das Konzert im Red Club war genauso der Hammer wie das in Moskau, wenn auch etwas kleiner. Mit 350 Leuten war der Laden aber gut gefüllt. Erschöpft und glücklich packen wir wieder unsere Sachen nach dem Gig und laufen zum Bahnhof. Auf dem Weg kann so eine Orgel übrigens ziemlich schwer werden.
Die Zugfahrt war extrem lustig, diesmal waren wir zusammen mit Shluz im Abteil, und die Jungs haben uns dann auch die russische Trinkkultur näher gebracht.
Merke: Essiggurken mildern nach einem Schluck Chili-Vodka zumindest den schlimmsten Schmerz recht schnell.

27.3. Offday in Moskau

Zurück in Moskau, ging es erstmal zum Frühstück in den Money Honey Saloon, in einer Straße gelegen wo Fotografieren verboten war. Warum, das soll sich jeder selbst ausmalen.

the Money Honey Saloon, full of Pimps

Beim Sightseeing hatten wir noch eine Menge Spaß, abends haben wir uns alle noch mal verabredet und zusammen Bier getrunken. Hierbei haben Rob und Aksana eindrucksvoll bewiesen, dass der Kalte Krieg endgültig vorbei ist und u.a. mit diesem Kunstwerk zur Völkerverständigung beigetragen.

Spackenparade
Zum Dinner gabs Seeigel aus der Newa

Anschließend gab es noch Schnittchen, wenn auch für jeden das gleiche...

Lera mit Rob

Lera mit Olli

Diensti mit Lera

Daniel freut sich ganz besonders

:-)

Und so war unsere Tour mal wieder ein voller Erfolg, die letzte Nacht durften wir im höchsten Hotel Europas (Hotel Ukraina) verbringen, und Daniel ist ganz schön erschrocken, als wir ihm am nächsten Tag erzählt haben, dass er stockbesoffen auf der offenen Fensterbank geskankt hat.
Vielen Dank also an Pavel, Ksenia, unseren Mischer Veiti und alle Beteiligten, die uns diese geile Tour ermöglicht haben. Eins steht fest: Nächstes Jahr kommen wir wieder - und dann rocken wir Sibirien!

Tschüs, Tschau, Eure beNUTS

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